Taking Back Control of Your IT: Exploring Open Source Alternatives
An on-premise, cloud-native, Open Source Platform
Gonçalo Heleno
Im aktuellen geopolitischen Kontext sind Governance und Souveränität über Daten und Infrastrukturen von wachsender Bedeutung. Unternehmen und Organisationen suchen nach Wegen, die Kontrolle über ihre IT-Umgebungen zurückzugewinnen – On-Premise-Infrastrukturen erleben daher ein Comeback.
In diesem Umfeld ist Proxmox VE eine leistungsstarke Open-Source-Virtualisierungsplattform, basierend auf bewährten Technologien, wie QEMU/KVM und LXC. Sie bietet eine webbasierte Verwaltungsoberfläche, Hochverfügbarkeits-Clustering mit Live-Migration, hyperkonvergentem Speicher mit Ceph sowie weitere Funktionen. Proxmox VE hat sich als produktionsreife Alternative zu proprietären Virtualisierungslösungen wie VMware ESXi etabliert – insbesondere nach den Lizenzänderungen im Zuge der Übernahme von VMware durch Broadcom.
Kubernetes wiederum ist inzwischen über zehn Jahre alt und gilt mit seinen zahlreichen Varianten wohl als die beliebteste Container-Orchestrierungsplattform. Allerdings können der Betrieb und die Wartung eines Kubernetes Clusters komplex und zeitaufwendig sein. Genau hier setzt Talos Linux an.
Talos Linux ist ein modernes, minimalistisches und sicheres Betriebssystem, das speziell für den Betrieb von Kubernetes-Clustern entwickelt wurde. Es ist von Grund auf unveränderlich konzipiert: Das gesamte Betriebssystem ist schreibgeschützt und kann nicht verändert werden. Zudem ist es vollständig über eine deklarative API konfigurierbar, was Verwaltung und Automatisierung erheblich vereinfacht. Damit ist Talos Linux eine ausgezeichnete Wahl für Organisationen, die Sicherheit und Effizienz suchen.
Bei Camptocamp sind wir stets auf der Suche nach Möglichkeiten, unsere Infrastrukturen zu verbessern und Innovationen für unsere Kunden voranzutreiben. Open-Source-Lösungen gehören zu unserer DNA: Wir sind überzeugt, dass sie Transparenz, Flexibilität und Community Support bieten - was proprietäre Lösungen oft nicht leisten.
Deshalb haben wir Talos Linux in zwei Umgebungen geprüft. Im Laborumfeld lief es unter Proxmox VE, zusätzlich auf einem Bare-Metal-Server bei Scaleway.
Schauen wir uns nun die Architektur unseres Labors im Überblick an.
Als ehemaliger Arzt erlaube ich mir einen Vergleich aus der Kardiologie: Herz und Arterien.
Als ehemaliger Arzt erlaube ich mir einen Vergleich aus der Kardiologie: Herz und Arterien.
Das Herz
Wir wollten eine saubere Umgebung schaffen, um Talos Linux so zu testen, als ob es auf Bare Metal laufen würde – und dabei das notwendige Netzwerk-Setup für ein On-Premise-Deployment möglichst genau abzubilden. Am Ende entschieden wir uns, Talos Linux auf virtuellen Maschinen auszuführen, die auf Proxmox VE laufen – ebenfalls eine Technologie, die wir erkunden und besser kennenlernen wollten.
Offen blieb nur die Frage, wo wir Proxmox VE betreiben sollten. Wir hätten einen lokalen Server nutzen können, entschieden uns aber für eine Scaleway-Elastic-Metal-Instanz. Diese Instanzen sind mit vorinstalliertem Proxmox VE verfügbar und werden stundenweise abgerechnet – ideal für Laborumgebungen.
Dies ist die Kraftquelle unseres Deployments – das Herz.
Die Arterien
Für das Netzwerk haben wir neben den Talos-Linux-Knoten eine virtuelle Maschine mit pfSense auf demselben Proxmox-VE-Host installiert. Diese VM fungiert als Router und Firewall für die Talos-Linux-Knoten. Sie stellt DHCP- und DNS-Dienste bereit und verwaltet das NAT, das den Knoten den Zugang zum Internet ermöglicht. Die Internetverbindung erfolgt über eine öffentliche Elastic-IP-Adresse, die der pfSense-VM zugewiesen ist.
Ein Kubernetes-Cluster allein nützt wenig, wenn man nicht auf dessen Services zugreifen kann. Um die auf dem Talos-Linux-Cluster laufenden Services bereitzustellen, haben wir Cilium als CNI-Plugin installiert. Cilium ermöglicht es uns, LoadBalancer-Services zu konfigurieren und die notwendigen Routen per BGP an den pfSense-Router anzukündigen.
Das sind die Arterien – sie transportieren den Datenverkehr von einem Punkt zum anderen.
Nach einigen Anpassungen sind wir bei einer Architektur gelandet, die folgendermassen aussieht: Das Schema zeigt, wie die sechs Talos-Knoten auf einem einzigen Proxmox-VE-Knoten bereitgestellt sind, wie sie miteinander verbunden sind und wie sie über eine ebenfalls auf demselben Proxmox-VE-Knoten laufende pfSense-Firewall mit dem Internet verbunden werden.
Erkenntnisse aus dem Labor
Nehmen wir uns einen Moment Zeit, um zu würdigen, was wir aufgebaut haben. Jedes einzelne Element – vom Hypervisor Proxmox VE über den Kubernetes-Orchestrator, vom Betriebssystem Talos Linux bis zur Netzwerkschicht mit Cilium – zeugt von der Stärke von Open Source.
Unserer Meinung nach ist Proxmox VE inzwischen reif genug für den produktiven Einsatz, insbesondere für Organisationen, die nach Alternativen zu VMware ESXi suchen. Talos Linux wiederum beseitigt die Mühen, das Basisbetriebssystem verwalten zu müssen, um einen sicher konfigurierten Kubernetes-Knoten zu betreiben. Und schliesslich ermöglicht uns Cilium CNI, unsere Services in einer On-Premise-Umgebung einfach bereitzustellen und anzukündigen.
Ein cloud-nativer Stack mit den jeweils besten Werkzeugen. Er eröffnet enorme Flexibilität und Innovationskraft – und befreit Sie von Abhängigkeiten gegenüber proprietären Anbietern.
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