Wenn man Geo Challenge spielt, erlebt man eine flüssige und eindrucksvolle 3D-Darstellung, die uns scheinbar mühelos über ein kleines Schweizer Dorf, eine spektakuläre französische Küste oder eine deutsche Stadt schweben lässt. Was auf dem Bildschirm einfach wirkt, erfordert jedoch sorgfältige technische Entscheidungen und ein klares Bekenntnis zu Open-Source-Geodaten-Werkzeugen. Dieser Beitrag gibt einen Einblick, wie die Geo Challenge entworfen und entwickelt wurde, und welche technischen Entscheidungen dahinterstehen.

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Aus technischer Sicht: Was wirkte einfach, erwies sich aber als schwierig umzusetzen? Überraschenderweise war es nicht die Darstellung der Daten. Das gehört zu unserem Kerngeschäft. Am herausforderndsten waren für mich die Spielmechaniken. Da dies mein erstes Projekt im Bereich Spieleentwicklung war, stellten der Aufbau der zentralen Spielschleife, die Logik zur Punkteberechnung und die Rückmeldesysteme für die Nutzer ganz neue Aufgaben dar. Die Lernkurve war steil, aber sehr bereichernd.

Unsere Systemarchitektur entstand aus dem Abwägen wichtiger Anforderungen. Wichtig war der Kompromiss zwischen der Qualität des Geländes und der wahrgenommenen Ladegeschwindigkeit. Wir wollten die ausserordentlich hochwertigen Daten von Swisstopo für die Schweiz verwenden und für Frankreich und Deutschland auf Google Maps zurückgreifen, mussten die Bereitstellung der Daten jedoch so optimieren, dass ein reibungsloses Nutzungserlebnis entsteht. Diese Optimierung betraf auch die Gerätekompatibilität: Das Spiel sollte auf allen Geräten funktionieren, damit niemand wegen langer Ladezeiten oder geringerer Rechnerleistung ausgeschlossen wird. Genauigkeit und Massstab waren grundlegende Voraussetzungen für das gesamte Konzept.

Um diese Ziele zu erreichen, trafen wir zwei wichtige Technologieentscheidungen.

Erstens entschieden wir uns für Cesium als 3D Globus Engine. Ich wollte ausprobieren, wie Menschen ohne technischen Hintergrund mit einem dreidimensionalen Globus interagieren können. Cesium bot die Leistung und die Möglichkeiten, die wir brauchten, um die komplexe Schweizer Topografie darzustellen.

Zweitens nutzen wir Google Firebase für das Punktesystem und die Rangliste. Diese Entscheidung war Teil eines Experiments: Ich wollte herausfinden, ob sich eine kleine Anwendung entwickeln lässt, ohne selbst eine Server-Infrastruktur betreiben zu müssen. Dieser cloudbasierte Ansatz erlaubte es uns, uns ganz auf das Spielerlebnis in der Benutzeroberfläche zu konzentrieren.

Der Einsatz von Open-Source-Werkzeugen hatte grossen Einfluss auf die Umsetzung des Projekts. Plattformen wie CesiumJS ermöglichen eine direkte Zusammenarbeit mit der Entwicklergemeinschaft. Wenn wir auf einen Fehler stiessen oder eine Idee für eine neue Funktion hatten, konnten wir uns direkt mit den Entwicklern austauschen. Das Gemeinschaftsforum ist eine wertvolle Ressource, die die Problemlösung beschleunigt und es uns erlaubt, auf einer offenen und ständig weiterentwickelten Grundlage aufzubauen. Das bringt konkrete Vorteile und vermeidet die Umständlichkeit proprietärer Systeme.

Als Entwickler versuche ich immer, meine Nebenprojekte mit realer beruflicher Glaubwürdigkeit zu verbinden. Wenn Geo Challenge ein Kundenprojekt gewesen wäre und kein Spiel: Was hätte ich gleich gemacht, und was anders?

Ich hätte auf jeden Fall am Einsatz hochwertiger Open-Source-Geodaten-Technologien, wie Cesium, festgehalten. Auch die grundlegende Datenverarbeitung wäre gleich geblieben.

Bei einem Kundenprojekt hätte ich jedoch mehr Entwickler einbezogen und deutlich mehr Zeit für gründliche Tests eingeplant. Vor allem hätte ich das Punktesystem selbst entwickelt. Firebase war für das schnelle Prototyping eines Nebenprojekts sehr hilfreich. Bei einer Lösung für einen Kunden muss ich jedoch volle Kontrolle und Datensicherung für die zentralen Spieldaten gewaehrleisten und das bedeutet, die Server-Seite selbst zu betreiben.

Geo Challenge zeigt letztlich, dass ein spielerisches Erlebnis auf durchdachten und modernen technischen Entscheidungen aufbauen kann, und gleichzeitig von der Stärke der Open-Source-Gemeinschaft profitiert.

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